Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Memento Mori, Paul-Georg Meister / pixelio.de

Der Tod beendet das Leben auf dieser Erde – unser Leben. Das ist uns bekannt, aber selten bewusst. Wir scheuen die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der Tatsache, dass unser Leben und das unserer Lieben endlich ist.  Der Psalmenbeter zeigt uns einen anderen Umgang mit dem Tod: Er möchte sich dem Sterben stellen, nicht weil er niedergeschlagen oder des Lebens überdrüssig ist, sondern um den wahren Wert des Lebens zu erfahren. Wie kostbar jeder Moment ist, wie wertvoll alle Zeichen der Liebe, die wir empfangen oder geben, das wird uns erst klar, wenn wir bedenken: Das alles hat ein Ende. Aber wir lernen nicht nur das Leben zu schätzen, wenn wir uns mit dem Tod befassen. Nein, der Tod richtet an uns die Frage: „Wo wirst du die Ewigkeit verbringen? Weißt du das?“ Wer sich auf diese Frage einlässt, der kann der größeren Frage nicht ausweichen, der Frage nach Gott. Das Evangelium IST die Antwort Gottes auf die Fragen des Menschen: Jesus Christus, der Mensch gewordene Gottessohn, hat unseren Tod auf sich genommen und er hat in seiner Auferstehung das Leben zum Sieg geführt. Er bringt uns zu Gott, seinem liebenden Vater. Jesus gibt  allen, die an ihn glauben, sein Versprechen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“.

 
So ist die Auseinandersetzung mit dem Tod der Schlüssel zu einem sinnerfüllten Leben, aber auch der Anstoß zur Suche nach dem lebendigen Gott. Wer den Wert des Lebens auf dieser Erde erkannt hat und im Glauben das ewige Leben durch Jesus Christus ergriffen hat, den nennt die Bibel klug. 
 

Friedhof Bretagne, Foto: Matthias Mann



Jesus lebt! Nun ist der Tod

mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot
wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht:
Herr, Herr, meine Zuversicht!

 


 

Der Dienst der Kirche beginnt nach Möglichkeit nicht erst nach Eintritt des Todes. Wenn ein Christ im Sterben liegt, sollte dies dem Pfarrer mitgeteilt werden. Viele Sterbende wünschen, die Beichte abzulegen und das Heilige Abendmahl zu empfangen. Gebet, Segen und Salbung sind auch bei Sterbenden möglich, die nicht mehr bei Bewusstsein sind. Angehörige erleben die kirchliche Sterbebegleitung oft als große Hilfe für ihre Abschiednahme.

Günter Havlena, pixelio.de



Wenn ein Christ daheim gestorben ist, sollten die Angehörigen baldmöglichst das Pfarramt benachrichtigen. Es ist guter Brauch, dass im Sterbehaus die Aussegnung gehalten wird. Dies kann entweder kurz nach dem Eintritt des Todes geschehen oder vor der Überführung des Leichnams durch den Bestatter. Im letzteren Fall wird der Verstorbene zuerst durch den Bestatter angekleidet und in den Sarg gebettet, anschließend wird die Aussegnung gehalten. Familie und enge Freunde versammeln sich dazu im Sterbehaus, die Aussegnung erfolgt im Rahmen einer Andacht. Danach wird der Sarg verschlossen und zur Leichenhalle am Friedhof oder zum Krematorium überführt.

Zur Vorbereitung des Trauergottesdienstes, der vor der Erdbestattung, bzw. der Urnenbeisetzung gefeiert wird, vereinbaren die Angehörigen mit dem Pfarrer ein Beerdigungsgespräch. Im Beerdigungsgespräch wird der Lebenslauf des Verstorbenen aufgesetzt; Verfügungen, die er zu seinen Lebzeiten für die Beisetzung getroffen hat, werden miteinander besprochen; Lieder und biblische Texte werden für die Trauerfeier ausgewählt. Dabei müssen nicht unbedingt Lieder ausgesucht werden, in denen es vorwiegend um Tod und Trauer geht – oft überwiegt bei Angehörigen ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für ein langes, erfülltes Leben und ein sanftes Sterben, so dass sie bei der Beerdigung vorzugsweise Loblieder singen möchten. Bei keiner christlichen Beerdigung, bzw. Urnenbeisetzung, sollte ein  Osterchoral fehlen: Die Auferstehung Jesu ist der Grund unserer Hoffnung für unseren Entschlafenen.

Der Trauergottesdienst findet am festgesetzten Tag in der Regel um 14.00 Uhr in der Gnadenkirche Wiesentheid statt. Anschließend geht es zur Beerdigung oder Urnenbeisetzung auf den Friedhof. Dem Sarg, bzw. der Urne, zieht ein Kreuzträger von der Leichenhalle zur Grabstelle voraus.

In unserer Gegend ist es Tradition, dass nach dem Segen die Angehörigen die Trauergemeinde zum Kaffee bitten.

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