Aufzeichnung unter: https://www.youtube.com/channel/UCWKrIWDTJ94imAB9BtCpUTg


Eröffnung

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.                           

 

Eingangspsalm: Psalm 34,2-11

Ich will den HERRN loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

            Meine Seele soll sich rühmen des HERRN,

            dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den HERRN

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

            Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir

            und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

            Als einer im Elend rief, hörte der HERR

            und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten,

und hilft ihnen heraus.

            Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

            Reiche müssen darben und hungern;

            aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an         irgendeinem Gut.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn

und dem Heiligen Geist,

      wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit

      und in Ewigkeit. Amen.

 

Gebet

Du unfassbarer Gott, Himmel und Erde können dich nicht fassen – und doch kommst du zu uns in deinem Wort. Hilf, dass wir deine Stimme unterscheiden von den vielen anderen Stimmen, die auf uns einreden, damit unser Leben dir gehöre, getragen und geformt von deiner Liebe, die uns in Jesus Christus begegnet. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

 

Epistel: 1. Johannes 4,16b-21

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

 

Gebet

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände aufheben zu dir.

Dich will ich ehren, nimm Herr, mein Leben und mach du selber dir daraus ein Lob.

Jubel und Dank sei dir, Jesus, Erlöser, dass du dein Gnadenlicht über mich stellst. Amen.

 

Evangelium: Lukas 16,19-31

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt. Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

 

Glaubensbekenntnis

 

Kurzpredigt

  1. Joh 4,16b+19

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

 

Es ist Unsinn / sagt die Vernunft

Es ist, was es ist / sagt die Liebe

Es ist Unglück / sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz / sagt die Angst

Es ist aussichtslos / sagt die Einsicht

Es ist, was es ist / sagt die Liebe

Es ist lächerlich / sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig / sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich / sagt die Erfahrung

Es ist, was es ist / sagt die Liebe

 

Erich Fried beschreibt in seinem Gedicht die Gefahren der Liebe. Wir geben uns in der Liebe preis: Wir legen unseren Panzer ab und werden so schwach, wie wir sind. Liebe macht verletzlich!

Frieds Worte ergreifen und erschüttern mich. Fried verkitscht  die Liebe nicht, er verklärt sie nicht – er verzichtet sogar darauf, sie zu erklären. Liebe lässt sich nicht erklären – sie ist einfach da. Sie überwindet unsere Abwehrmechanismen; sie packt uns, auch wenn wir es nicht wollen; sie lässt sich nicht weg-fühlen, weg-denken, weg-reden, weg-argumentieren oder weg-schieben. Wir haben es nicht in der Hand, ob wir lieben und dass wir lieben. Nicht wir besitzen die Liebe, die Liebe besitzt uns. Die Liebe ist unser Schicksal! 

 

Der Apostel Johannes spricht – anders als Erich Fried – nicht von menschlicher Liebe, sondern von der Liebe Gottes, genauer, von Gott, der die Liebe IST. Gott HAT nicht nur Liebe zu uns Menschen, Gott ist nicht der liebe, nicht einmal der liebende Gott, nein, Gott IST Liebe. Liebe ist nicht nur eine Eigenschaft Gottes, sie ist sein Wesen! Martin Luther nannte Gott einen „glühenden Backofen voll Liebe, der von der Erde bis an den Himmel reicht“. Gott lodert, Gott brennt, Gott verzehrt sich selbst vor Liebe zu uns Menschen.

Auch die Liebe Gottes zu uns Menschen ist Schicksal, SEIN Schicksal. Gott kann seiner Liebe nicht ausweichen – weil er seinem Wesen nicht aus dem Weg gehen kann. Das kann keiner – auch Gott nicht! 

 

Erich Frieds Gedicht lässt sich deshalb auch auf das Lieben Gottes beziehen:

Was könnte unsinniger sein als die Liebe des heiligen Gottes zu seinen sündigen, in sich selbst verkrümmten Menschen? 

Was könnte lächerlicher sein als die Liebe des allmächtigen Gottes zu seinen schwachen, ängstlichen Menschen?

Was könnte unmöglicher sein als die Liebe des ewigen Gottes zu seinen vergänglichen, dem Tod unterworfenen Menschen?

Wenn es je eines Liebespaar gegeben hat, dass vollkommen ungleich war, das überhaupt nicht zusammengepasst hat, dann  ist es dieses – Gott und der Mensch!

 

Aber Gott kann nicht anders – Gott liebt, weil er Liebe ist!

Und so nimmt Gott den Schmerz der Liebe an! Gottes Herz blutet beim Anblick seiner Menschen, die sich von IHM abwenden, sich von der Liebe abschneiden und im Strudel der Lieblosigkeit untergehen.

Gott wird Mensch in seinem Sohn Jesus! Jesus ist die menschgewordene Liebe Gottes!

Der Ewige macht sich vergänglich, der Allmächtige wählt die Schwäche, der Unsterbliche nimmt das Todesschicksal an – weil ER uns liebt.

 

Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch, liefert sich der Liebe menschlicher Eltern aus – es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Jesus verschwendet seine Liebe an Jünger, die ihn im Stich lassen; an Kranke, die nach der Heilung kein Wort des Dankes für ihn übrig haben; an Gelehrte, die die himmlische Weisheit nicht hören wollen – es ist, was es ist, sagt die Liebe. 

Jesus gibt sich am Kreuz nackt und entstellt den obszönen Blicken und dem Spott der Menschen preis – es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Jesus erleidet den Liebesverlust des himmlischen Vaters, als alle Sünde der Welt auf seinen Schultern lastet und ihn langsam und grausam erdrückt – es ist, was es ist, sagt die Liebe.  

 

Kein Wunder, dass diese sich preisgebende, sich verschenkende, sich opfernde Liebe Gottes die vor den Kopf stößt, die sich Gott nur als den allmächtigen Weltenherrscher vorstellen können; dass sie denen als Wahnsinn vorkommt, die Gott als abstrakte Summe des Seins zu erkennen meinen. Das Kreuz – es ist Unglück für die einen, Unsinn für die anderen, ein Skandal für beide, denen aber, die sich auf die Liebe Gottes einlassen, ist es Leben und Seligkeit! (vgl. 1. Kor 1,22-25)

 

Der Apostel ruft DIR heute zu: Lass dich von GOTT lieben! Lass DICH von Gott lieben! So einfach, aber auch so schwer ist der christliche Glaube!

Wir glauben Gott die Liebe, die er zu uns HAT; wir glauben Gott die Liebe, die er IST!

Gegen die Vernunft, gegen die Berechnung, gegen die Angst, gegen die Einsicht, gegen den Stolz, gegen die Vorsicht, gegen die Erfahrung glauben wir an die Liebe Gottes!

Die Vernunft will sich resigniert in eine lieblose Welt schicken, der Stolz will sich nicht eingestehen, dass er die Liebe Gottes braucht und die Erfahrung behauptet: Wie kann die Welt so lieblos sein, wenn sie sich doch angeblich der Liebe Gottes verdankt?!

 

Wir Christen halten der Vernunft, der Berechnung, der Angst, der Einsicht, dem Stolz, der Vorsicht, der Erfahrung entgegen: Es ist, was es ist, sagt die Liebe!

Wir gehen das Wagnis ein – wir lassen uns lieben und lieben wider!

 

Die Liebe Gottes ist stärker als selbst der Tod. Die Liebe bezwingt das Totenreich, sie stößt den Stein vom Grab, sie bricht dem Leben Bahn – Ostern ist die Antwort der Liebe Gottes auf die Todesverfallenheit des Menschen. „Ich lasse DICH nicht verlorengehen“ – spricht Gott, der selbst die Liebe ist! 

Mag darüber spotten, wer will!

 

Ja, auch unsere Liebe zu Gott lässt sich nicht erklären – sie ist einfach da. Sie überwindet unsere Abwehrmechanismen; sie packt uns, auch wenn wir es nicht wollen; sie lässt sich nicht weg-fühlen, weg-denken, weg-reden, weg-argumentieren oder weg-schieben. Wir haben es nicht in der Hand, ob wir lieben und dass wir lieben. Nicht wir besitzen die Liebe, die Liebe besitzt uns. Die Liebe ist unser Schicksal! 

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesu offenbart;
Ich geb mich hin dem freien Triebe,
durch den ich Mensch geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken. Amen.

Predigtlied: Liebe, die du mich zum Bilde

  1. 1. Liebe, die du mich zum Bilde / deiner Gottheit hast gemacht, / Liebe, die du mich so milde / nach dem Fall hast wiederbracht: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.

 

  1. 2. Liebe, die du mich erkoren, / eh ich noch geschaffen war, / Liebe, die du Mensch geboren / und mir gleich wardst ganz und gar: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.

 

  1. 3. Liebe, die für mich gelitten / und gestorben in der Zeit, / Liebe, die mir hat erstritten / ewge Lust und Seligkeit: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.

 

  1. 7. Liebe, die mich wird erwecken / aus dem Grab der Sterblichkeit, / Liebe, die mich wird umstecken / mit dem Laub der Herrlichkeit: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du Deine Kirche baust durch Wort und Sakrament.

Wir bitten Dich: Segne alle Verkündiger des Evangeliums, dass sie sich allein Deiner Wahrheit verpflichtet wissen, nicht den Menschen nach dem Munde reden und Zeitströmungen hinterherjagen. Stärke alle, die Ablehnung, Unterdrückung oder Verfolgung für Dich auf sich nehmen. Bekehre alle, denen Menschenlob wichtiger ist als Treue zu Dir, die sich des Evangeliums schämen oder sich vor Isolation fürchten:     

Herr, erbarme dich.

 

Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du durch Ehe und Familie Segen in unserem Land ausbreitest.

Wir bitten dich: Stärke die Bande in den Familien, dass Liebe und Treue, Verlässlichkeit und gegenseitige Hilfe sie prägen. Nimm dich der zerrütteten Familie in Gnaden an, hilf den verwahrlosten Kindern, erbarme dich derer, die sich allein und verlassen fühlen. Schenke den Singles ein erfülltes Leben mit tiefen Freundschaften, zeige ihnen ihre besondere Berufung. Segne alle, die durch bewusste Ehelosigkeit für Dich und die Menschen verfügbar sein möchten:  

Herr, erbarme dich.

 

Herr Jesus Christus, wir danken Dir für unsere Kinder, die du unserer Liebe und Fürsorge anvertraust.

Wir bitten Dich für alle Kinder, die Opfer von Missbrauch und sexueller Ausbeutung werden. Entreiße sie den Händen der Verbrecher. Schenke ihnen Genesung an Leib und Seele. Lass sie Sozialarbeiter und Psychologen finden, die ihr Vertrauen gewinnen und ihnen zur Seite stehen. Schenke den Polizisten und Staatsanwälten die Kraft, die furchtbaren Abgründe auszuleuchten, die Täter zur Verantwortung zu ziehen  und die Kinder zu schützen:

Herr, erbarme dich.

 

Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du einem jeden in seiner Not nahe bist.

Wir bitten Dich: Für die an Leib und Seele Kranken, die Erschöpften, die Angefochtenen, die Armen und Ausgebeuteten, die Opfer von Terror, Krieg und Gewalt – und wir befehlen Dir unsere Verstorbenen:  

Herr, erbarme dich.

 

Dir, Herr Jesus Christus, sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen.

 

Vaterunser

 

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns + Frieden. Amen.  

 



 

Ordnung für einen Hausgottesdienst für den Sonntag nach Trinitatis, 14.06.2020

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