Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

  

Psalm 100

Jauchzet dem HERRN, alle Welt!

Dienet dem HERRN mit Freuden,

            kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

            Erkennet, dass der HERR Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst

zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

            Gehet zu seinen Toren ein mit Danken,

            zu seinen Vorhöfen mit Loben;

            danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der HERR ist freundlich,

und seine Gnade währet ewig

und seine Wahrheit für und für.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn

und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit

und in Ewigkeit. Amen.

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott, deine Macht und Herrlichkeit ist in deinem Sohn auf Erden erschienen. Wir bitten dich: Öffne unsere Herzen für die Liebe, die du uns in ihm erwiesen hast. Wandle unseren Mangel in Fülle und unsere Klagen in einen Lobgesang. Durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

 

Epistel: Römer 12,4-16

Denn wie wir an „einem“ Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele „ein“ Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern. Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.

 


 

Lied: In dir ist Freude

  1. In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! / Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; / hilfest von Schanden, rettest von Banden. / Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, / wird ewig bleiben. Halleluja. / Zu deiner Güte steht unser G’müte, / an dir wir kleben im Tod und Leben; / nichts kann uns scheiden. Halleluja.

 

  1. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; / du hast’s in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. / Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren, / mit hellem Schalle, freuen uns alle / zu dieser Stunde. Halleluja. / Wir jubilieren und triumphieren, / lieben und loben dein Macht dort droben / mit Herz und Munde. Halleluja

 

Evangelium: Johannes 2,1-11

Am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis

 

Predigt zur Epistel

Wir alle – ein Leib. Jeder für sich – ein Glied des Leibes.

Alle und jeder wichtig und unersetzbar, nur durch die Gesamtzahl der Glieder ist der Leib vollständig.

 

Schwestern und Brüder,

der Apostel Paulus verwendet das Bild des Leibes für die Kirchengemeinde. Die Kirchengemeinde, die Gemeinschaft derer, die an Jesus glauben, besteht aus ganz verschiedenen Menschen, mit unterschiedlichen Charakteren, Begabungen, Möglichkeiten, Glaubenserfahrungen, sie verbindet Generationen, überwindet soziale Schichten, bringt wenig Gebildete und Superintellektuelle zusammen, steht jenseits der Spaltung der Gesellschaft in Parteien, Fanlager, Interessenverbände, Lobbygruppen …

Die Gemeinde ist nicht irgendein Leib, nicht irgendeine Körperschaft. Die Gemeinde ist der Leib Christi – Jesus selbst ist ihr Haupt, er ist der Kopf dieses Körpers! Und umgekehrt: Wer an Jesus hängt, der ist Glied dieses Körpers, der ist Gemeindeglied! Beides gehört zusammen!

 

Wir alle wissen: Gemeinde ist in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung!

Nicht jeder in der Gemeinde ist uns sympathisch. Nicht jede teilt unsere Vision für die Zukunft der Kirche. Nicht alle nehmen ihren Glauben gleich ernst wie wir. Manche haben Gründe für den Verbleib in der Kirche, die wir nicht nachvollziehen können. Einige mögen in unseren Augen Fanatiker, andere mögen Heuchler sein. Gott sei Dank, gibt es die Mitchristen, die uns in jeder Hinsicht lieb und teuer sind, die unser Leben und unseren Glauben bereichern, die für uns beten und die bei uns anrufen, wenn sie lang nichts von uns gehört haben, mit denen wir gerne zusammenkommen und die wir im Lockdown sehr vermissen.

Trotzdem: Einfach ist es nicht mit allen Menschen, die Gott für uns ausgewählt hat – ohne um unsere Mitsprache oder Beratung zu bitten –, Gemeinde zu sein!

Aber … ist es denn für die anderen leichter, mit uns Gemeinde zu sein? Sind wir denn einfacher zu nehmen, sympathischer, fröhlich-frommer, vorbildlicher, weniger verbiestert …?

 

Nehmen wir das Bild vom Leib noch einmal auf: Wenn wir in den Spiegel schauen, dann gefallen uns unsere blitzenden Augen vielleicht besser als unsere struppigen Augenbrauen, unsere starke Brust besser als unser kräftiger Bauch … Und doch: Das eine gehört zu uns, wie das andere! Gewiss, die Gemeinde ist nicht unser Leib, sondern der Leib Christi – aber auch hier gilt: Das eine Glied gehört ebenso dazu wie das andere!

Und: Es gibt kein Glied des Leibes, das nicht seinen Beitrag zum Ganzen leistet.

 

Auch dies überträgt Paulus auf die ganze Gemeinde: Jede und jeder hat seine Gaben und seine Aufgaben für die Gemeinde bekommen. Übertragen wir das einfach auf unsere heutige Lage: In dem Hausgottesdienstheft, das Ihr in Händen haltet, stecken jede Menge Gaben, die der Heilige Geist zum Dienst an der Gemeinde unter Gemeindegliedern ausgeteilt hat: Die Gabe zum Schreiben der Predigt, die Gabe zum Layout und zur Erstellung eines schönes Heftes, die Gabe der Freude am Laufen und am Verteilen der Hefte, die Gabe zur finanziellen Unterstützung dieser Aktion unserer Gemeinde, dazu kommt: die Gabe des Technikverständnisses zur Aufzeichnung und Veröffentlichung des Gottesdienstes auf unserem youtube-Kanal, die Gabe des Orgelspiels bei der Aufnahme, die Gabe des Schmückens des Kirchenraums … und noch unzählige andere! Und die wichtigste von allen: Die Gabe des Glaubens, die alle untereinander verbindet – gerade auch DICH, der DU diese Andacht gerade liest! 

Jedes Werk der Gemeinde ist ein Gemeinschaftswerk – in dem eine Fülle von Gaben zusammenkommt: Gottesgaben!

 

Die Gemeinde ist auf jede  dieser Gaben angewiesen – sie braucht gerade DICH und DEINE Gaben! Denn die Gabe, die DU von Gott für die Gemeinde bekommen hast, die hast nur DU!

 

Fürbitten

Wunderbarer Gott, wir bitten dich:
Dein Geist der Hoffnung durchdringe alle, die unter den Geißeln unserer Zeit leiden: der Pandemie, der Entzweiung unserer Gesellschaft, dem wirtschaftlichen Niedergang, der Isolation, der Gewalt auf den Straßen, dem Gefühl, eingesperrt und vom wahren Leben abgeschnitten zu sein, dem Rassenhass, der Depression und Zukunftsangst: Herr, erbarme dich.

 

Dein Geist der Geschwisterlichkeit durchdringe alle, die die Verantwortung übernehmen für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, die wechselseitige Achtung von Menschen verschiedener Weltanschauung, den Erhalt von Rechtsstaat und Demokratie: Herr, erbarme dich.


Dein Geist der Barmherzigkeit durchdringe alle, die sich für Arme und Ausgegrenzte einsetzen, die sich in der Pflege von kranken, alten und behinderten Menschen einbringen: Herr, erbarme dich.


Dein Geist des Vertrauens durchdringe alle Gläubigen, die dir in Wort, Tat und Leben dienen; alle, die für dich Verfolgung, Unterdrückung und Lebensgefahr auf sich nehmen: Herr, erbarme dich.

Dein Geist des Friedens und der Versöhnung bekehre alle, die aufgepeitscht und hasserfüllt sind: die Verteidiger von Ungerechtigkeit, die Menschen, die sich durch extreme Ideologien und religiösen Wahn zur Gewalt hinreißen lassen, die Anhänger von Verschwörungstheorien: Herr, erbarme dich.

 

Wunderbarer Gott, in deinem Sohn Jesus Christus schenkst du uns Zukunft und Hoffnung. In seinem Namen rufen wir zu dir: Erhöre uns um Jesu willen! Amen.

 

Vaterunser

 

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott + der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ordnung für einen Hausgottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias

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